German Open: Gauzy und Dyjas mit guten Leistungen

Bei den erstklassig besetzten German Open – bei einer WM oder den Olympischen Spielen findet man nicht so viele Top-Asse des Tischtennissports, wie sie in Magdeburg versammelt waren – waren drei von fünf Bundesligaprofis der TTF Liebherr Ochsenhausen vertreten.

Der als Weltranglistensiebter „höchstrangige“ Hugo Calderano, seit dem Liebherr Pokal-Finale leicht verletzt, hatte allerdings noch auf seinen ursprünglich geplanten Start verzichten müssen, um im Olympiajahr kein Risiko einzugehen.

Gauzy erreicht Achtelfinale

Am weitesten kam bei dem Megaturnier, das am Sonntag der Weltranglistenzweite Xu Xin (China) gewann, einmal mehr Simon Gauzy. Um als einer von 16 Superstars für das Hauptfeld gesetzt zu sein, musste man mindestens die Weltranglistenposition 18 haben – selbst für einen Gauzy, im internationalen Ranking derzeit die Nummer 21, reichte es also nicht, sodass sämtliche TTF-Spieler – und die Studenten des Liebherr Masters College (LMC) natürlich auch – durch die mörderische, aus vier K.o.-Runden bestehende Qualifikation mussten.

Nur Gauzy schaffte den Sprung ins Hauptfeld und gelangte dort bis ins Achtelfinale. In der ersten Qualifikationsrunde hatte der Franzose ein Freilos, in Runde zwei besiegte er den jungen Belgier Laurens Devos in einem etwas holprigen Match mit 4:2, danach war er aber auf Betriebstemperatur. In der dritten Runde zeigte er eine souveräne Vorstellung beim 4:0 über seinen französischen Nationalmannschaftskollegen Can Akkuzu aus dem LMC. Auch sein nächster Gegner, der inzwischen recht starke junge Brasilianer Vitor Ishiy, ist in Ochsenhausen heimisch und gehört seit Jahren der Trainingsgruppe an. Gauzy siegte mit 4:1, womit der Einzug ins Hauptfeld geschafft war. Dort stand er in der Runde der letzten 32 mit Lee Sangsu einem der besten Südkoreaner gegenüber, der als Weltranglisten-17. des Monats Dezember für das Hauptfeld gesetzt war. Der Ochsenhauser machte ein starkes Spiel, gewann mit 4:1 (11:7, 16:14, 11:9, 7:11, 12:10) und stand damit im Achtelfinale. Dort „rächte“ Cho Seungmin, gegen den man Gauzy eigentlich gute Chancen auf das Erreichen des Viertelfinales eingeräumt hatte, seinen Landsmann in fünf Sätzen und beendete die Medaillenträume des TTF-Profis.

Dyjas mit Medaille im Doppel

Jakub Dyjas, ebenfalls in der ersten Qualifikations-Runde spielfrei, lieferte zunächst ein tolles Match gegen den Tschechen Tomas Polansky vom Bundesligarivalen 1. FC Saarbrücken ab, der im Punktspiel sogar schon Hugo Calderano geschlagen hat. Dyjas, zuletzt in der TTBL bärenstark, siegte mit 4:1, musste aber in der nachfolgenden Runde dem international für Dänemark startenden Chinesen Zhai Yujia nach fünf Durchgängen gratulieren. Dennoch verließ der 24-jährige Pole Magdeburg nicht ohne Medaille. Dyjas erwies sich nämlich einmal mehr als starker Doppelspieler und holte zusammen mit dem belgischen Linkshänder Cedric Nuytinck nach einigen starken Auftritten – unter anderem gegen die hoch gehandelten Deutschen Dimitrij Ovtcharov/Patrick Franziska – die Bronzemedaille.

Stefan Fegerl traf nach einem Freilos in der „Quali“ auf den Südkoreaner Park Ganghyeon – das etwas unbefriedigende, frühe Aus für den Österreicher, der nicht in sein Spiel fand, nach nur vier Sätzen.

LMC-Student Sgouropoulos setzt Duftmarke Von den LMC-Spielern kam der Ungar Bence Majoros relativ weit, der in der dritten Qualifikationsrunde nach gutem Spiel gegen den Griechen Panagiotis Gionis den Kürzeren zog. Der Ungar Adam Szudi schied eine Runde früher aus – nach guter Gegenwehr gegen den Chinesen Zhao Zihao, der im weiteren Turnierverlauf erst im Viertelfinale vom späteren Turniersieger Xu Xin gestoppt werden konnte. Auf sich aufmerksam machen konnte der 19-jährige Grieche Ioannis Sgouropoulos, der in der TTBL bereits für den Ochsenhauser Ligarivalen Grenzau aufschlägt. Sgouropoulos warf immerhin in der zweiten Qualifikationsrunde nach sechs sehenswerten Sätzen den klar favorisierten Hongkong-Chinesen Ho Kwan Kit aus dem Turnier.