Liebherr Pokal-Finale: TTF einer von drei Titelfavoriten

Nur noch drei Tage bis zum großen Pokal-Showdown. Am 4. Januar fällt in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena beim Liebherr Pokal-Finale die erste wichtige Entscheidung der Saison. Im letzten Jahr war Neu-Ulm ein prima Pflaster für die TTF Liebherr Ochsenhausen, die im Halbfinale Grenzau ausschalteten und im Endspiel dann Werder Bremen mit 3:1 besiegten.

Doch diesmal ist das „Final Four“ hochkarätiger besetzt. Gleich drei deutsche Topteams sind heiß auf den Pokal. Es gibt keinen eindeutigen Turnierfavoriten. Titelverteidiger Ochsenhausen, Rekord-Pokalmeister Düsseldorf und Ligaprimus Saarbrücken ist der große Wurf gleichermaßen zuzutrauen. Nicht wenige Experten sind – nach den letzten Eindrücken in der Liga – sogar geneigt, die Saarländer mit ihren Stars Patrick Franziska, Shang Kun und Darko Jorgic in Neu-Ulm als leichten Favoriten auszumachen und ganz dicht dahinter Ochsenhausen und Düsseldorf auf etwa einer Linie zu sehen. Bei den TTF geht man dagegen von einem Kopf-an-Kopf-Rennen des Spitzen-Trios aus, bei dem die bessere Tagesform sowie das glücklichere Händchen im Aufstellungspoker den Ausschlag geben werden. Lediglich der Liga-Siebte ASV Grünwettersbach geht als Außenseiter in die Box.

Die drei Turnierfavoriten hatte alle im Achtelfinale mächtig zu kämpfen und verbuchten jeweils 3:2-Auswärtssiege: Ochsenhausen beim Derby in Neu-Ulm, Düsseldorf in Bremen und Saarbrücken in Grenzau. Einzig Grünwettersbach hatte wenig Mühe – der Gegner war mit Zweitligist Bad Hamm aber auch kein „Riese“. Im Viertelfinale hatten die Badener mit Celle erneut einen Klub aus der 2. Liga aus dem Weg zu räumen und auch das gelang locker mit 3:0. Das Top-Trio dagegen „performte“ in Heimspielen gegen Ligarivalen aus der TTBL diesmal recht souverän – der FCS besiegte Bergneustadt ebenso mit 3:0 wie die TTF den Post SV Mühlhausen, und die Borussia behielt gegen Fulda mit 3:1 die Oberhand.

In Ochsenhausen zeigt man sich vorsichtig optimistisch, wohl wissend, dass zur Titelverteidigung gleich zwei hochkarätig besetzte Gegner aus dem Weg geräumt werden müssten. Andererseits liegt Halbfinalgegner Düsseldorf den TTF – die letzten drei Vergleiche wurden allesamt gewonnen.

Zuletzt besiegte man die Rheinländer am 17.11. in Ehingen mit 3:1 – es herrschte „Waffengleichheit“, da mit dem Weltranglisten-Sechsten Hugo Calderano und dem Zehnten Timo Boll beiden Teams der Spitzenspieler fehlte. Simon Gauzy glänzte mit Siegen gegen den Schweden Kristian Karlsson und den Ägypter Omar Assar, Jakub Dyjas steuerte einen knappen Erfolg gegen Assar bei.

In der Bundesliga-Tabelle liegen beide praktisch gleichauf. Punktgleich (24:8) und mit derselben Spiele-Differenz (+19) stehen die alten Rivalen auf den Plätzen zwei und drei des Klassements und zählen zu den heißesten Saarbrücken-Jägern, das mit zwei Punkten Vorsprung der aktuelle Ligaprimus ist.

Düsseldorfs Manko: Sehr viel, wenn nicht fast alles hängt von Timo Boll ab, der zwar auf den Punkt immer noch optimal fokussiert in solche Turniere gehen kann, aber nicht jünger wird. Bolls Spiel liegt indes einem Hugo Calderano und einem Simon Gauzy recht gut. Wenn Calderano trifft, was natürlich nicht an allen Tagen gleichermaßen der Fall ist, ist sein Tempo fast schon einen Tick zu hoch für das Aushängeschild des DTTB.

Mit Saarbrücken, das als sehr wahrscheinlicher Finalgegner Ochsenhausens oder Düsseldorfs gelten darf, hat man oft mehr Probleme als mit Boll und Co. Gegen die Saarländer wurden beide Ligavergleiche in der aktuellen Saison verloren – unlängst in Saarbrücken allerdings sehr knapp und unglücklich. Beim 2:3 wurden diverse Chancen nicht genutzt, die Partie für sich zu entscheiden.

In den letzten drei Bundesliga-Partien vor Weihnachten haben die TTF souveräne Siege verbucht. Besonders aus dem glatten 3:0 in Grünwettersbach schöpfte der derzeitige Tabellendritte der TTBL Selbstvertrauen. Dmitrij Mazunov, der in Neu-Ulm personell aus dem Vollen schöpfen kann und fünf fitte, top motivierte Spieler zur Auswahl hat, zum letzten Bundesliga-Erfolg des Jahres 2019: „Ein toller Jahresabschluss, durch den wir mit einem Erfolgserlebnis ins Liebherr Pokal-Finale gehen.“

Der Cheftrainer sagt im Vorfeld: „Es ist das wohl beste Pokal-Final-Four aller Zeiten und wir freuen uns dass wir dabei sind. Natürlich wollen wir den Pokal verteidigen und das bedarf eines absoluten Sahnetages meiner Jungs. Wir bereiten uns seit kurz nach Weihnachten intensiv vor und arbeiten hart.“ An den Halbfinalgegner richtet Mazunov eine kleine Kampfansage: „Timo Boll hin oder Borussia Düsseldorf her – ich hoffe, die Region und unsere Fans geben richtig Gas und helfen uns dabei, den Pokal in Ochsenhausen behalten zu dürfen.“ Auch Simon Gauzy freut sich auf das Cup-Event: „Es ist ein tolles Gefühl, wieder um den Pokalsieg kämpfen zu dürfen. Wir werden an diesem Tag alles geben, was wir haben, und ich hoffe, unsere Fans unterstützen uns so wahnsinnig wie letztes Jahr.“ Der 25-Jährige ergänzt: „Wenn dann alles zusammenkommt, dann können wir auch Düsseldorf schlagen und den ersten Schritt machen.“

Alles ist in Neu-Ulm angerichtet für ein weiteres Pokalturnier der Superlative – besser kann ein derartiges Event nicht besetzt sein. Die TTF werden alles versuchen, ihre trotz der starken Konkurrenz zweifellos vorhandene Chance erneut zu nutzen.

HALBFINALE (11 Uhr)

Borussia Düsseldorf – TTF Liebherr Ochsenhausen

ASV Grünwettersbach – 1. FC Saarbrücken TT

FINALE (14 Uhr)