„Toller Mensch mit tollem Charakter“: Stefan Fegerl verlässt Ochsenhausen

Schon im Februar hatten die TTF Liebherr Ochsenhausen bekannt gegeben, dass Stefan Fegerl den Verein zum Ende der Spielzeit 2019/20 verlassen wird. Nun ist es an der Zeit, diesen außergewöhnlichen, mannschaftsdienlichen Spieler nochmals kurz zu würdigen, der zwei Jahre bei den TTF unter Vertrag stand und mit diesen zwei Titel einfuhr sowie in vier Endspiele einzog.

Der 31-jährige Stefan Fegerl, der zwar der „Opa“ des Teams war, zugleich aber auch eine Art „Leitwolf“, zählt noch lange nicht zum alten Eisen. Der hagere Österreicher hat beim Ligakonkurrenten TTC Schwalbe Bergneustadt eine neue Herausforderung gefunden. Seine Erfahrung, seine Übersicht und seine Qualitäten als Team-Player werden seinem neuen Team gewiss von Nutzen sein. „Wir wünschen Stefan, der ein toller Typ und sich immer in den Dienst seiner Mannschaft stellt, alles Gute auf seinem weiteren Weg, insbesondere auch in Bergneustadt“, so TTF-Präsident Kristijan Pejinovic. „Wenn wir allerdings gegeneinander spielen, muss die Freundschaft für ein paar Stunden ruhen, denn dann wollen wir natürlich gewinnen.“

Unvergessen ist der 25. Mai 2019, als Fegerl im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft in der Frankfurter Fraport-Arena dem starken, ungestüm attackierenden Saarbrücker Darko Jorgic nach einen 0:2-Satzrückstand mit unbändigem Kampfgeist den Nerv zog und mit seinem 3:2-Erfolg den vierten nationalen Meistertitel für die Oberschwaben unter Dach und Fach brachte.

Fegerl hat zwar in der zurückliegenden Saison kein überragendes Ergebnis eingefahren (5:8), doch das war nicht das entscheidende. Immer wenn es darauf ankam, war er bereit und zeigte gute Leistungen mit viel Kämpferherz, was seine Mitspieler stets motiviert hat. Trotz Weltstars wie Hugo Calderano und Simon Gauzy im Team, war Fegerl auf seine besondere Art immer ein Führungsspieler. In der Saison 2018/19 war seine TTBL-Bilanz mit 11:8 auch überzeugend. Dabei besiegte er Bundesliga-Asse wie Benedikt Duda, Kamal Achanta oder Wang Xi. Großen Anteil hatte er am zweimaligen Einzug der TTF ins Pokalendspiel. Im Doppel war er aufgrund seiner besonderen Fähigkeit, auf den Mitspieler einzugehen, immer erste Wahl, ob nun an der Seite von Jakub Dyjas, Simon Gauzy oder Vladimir Sidorenko.

„Stefan hat sich große Verdienste um das Team erworben“, lobt Kristijan Pejinovic den 31-jährigen Österreicher. „Er ist ein toller Mensch mit tollem Charakter, ein super Team-Player, der seine Erfahrung hervorragend eingebracht hat, zudem ist er ein vorzüglicher Doppel-Spieler. Wir mussten eine Entscheidung treffen, die uns nicht leicht gefallen ist, da er früh Klarheit über seine sportliche Zukunft haben wollte, die wir ihm zu diesem Zeitpunkt nicht bieten konnten.“

Der Verein hat nun, seiner Philosophie entsprechend, einen kleinen Schnitt gemacht und das Team mit jungen Toptalenten aus dem Liebherr Masters College verjüngt. Der Name Stefan Fegerl wird in Ochsenhausen jedenfalls immer einen guten Klang haben.