TTF brauchen 83 Minuten zum Derbysieg und lösen Play-off-Ticket

Eine rundum überzeugende Vorstellung boten die TTF Liebherr Ochsenhausen am Freitagabend beim glatten 3:0-Derbysieg gegen den TTC Neu-Ulm, der bereits um 20.23 Uhr in trockenen Tüchern war. Beim vierten Sieg in Folge, mit dem die Oberschwaben die Qualifikation für die Play-offs festzurrten, war der 18-jährige Samuel Kulczycki der Spieler des Tages. Kulczycki besiegte nämlich Neu-Ulms „ranghöchsten“ Spieler, Ex-Europameister Emmanuel Lebesson, mit 3:0. Lebesson hatte sich 2016 den EM-Titel durch einen Finalsieg über Simon Gauzy gesichert.


Düsseldorf, Saarbrücken und die TTF stehen als Halbfinalisten fest

Überhaupt fielen am 18. Bundesliga-Spieltag wichtige Entscheidungen. Düsseldorf (3:0 in Grenzau) schließt die Punktrunde wie erwartet als Tabellenerster ab und neben den TTF steht auch Titelverteidiger Saarbrücken (3:0 gegen Fulda-Maberzell) als Play-off-Teilnehmer fest. Dahinter „bewerben“ sich noch fünf Teams um den vierten Platz: Grünwettersbach, Bad Königshofen, Mühlhausen, Neu-Ulm und Bergneustadt, die dicht beisammen liegen. Die TTF werden die Runde im Gleichklang mit Saarbrücken – beide haben momentan 28:12 Punkte auf dem Konto – mit großer Wahrscheinlichkeit auf Rang zwei oder drei beenden, was bedeuten würde, dass es im Play-off-Halbfinale zur Neuauflage des letztjährigen Endspiels käme. Nur noch Grünwettersbach könnte theoretisch einen der beiden großen Rivalen auf den vierten Platz verdrängen, doch allzu wahrscheinlich ist das nicht.


Calderano, Gauzy und Kulczycki souverän

Im letzten Heimspiel der Punktrunde machte Hugo Calderano den Auftakt gegen den Ex-Ochsenhauser Tiago Apolonia. Zwar ging der erste Durchgang noch an den 34-jährigen Portugiesen, doch das sollte der letzte Satzverlust der TTF beim vierten Sieg im fünften Derby bleiben. Calderano brachte die folgenden drei Durchgänge recht ungefährdet nach Hause, seine 15:1-Bilanz in Europas Topliga kann sich wirklich sehen lassen. Gegen einen weiteren Ex-Ochsenhauser erhöhte Simon Gauzy – Ligabilanz nun 23:4 – auf 2:0. Der 18-jährige russische Linkshänder Vladimir Sidorenko konnte es nur im ersten Satz spannend machen, den Gauzy in der Verlängerung gewann, der das Geschehen von da an aber gut im Griff hatte. Es folgte das tolle Match von Toptalent Samuel Kulczycki gegen Lebesson. Der junge Pole legte einen tadellosen Auftritt gegen den prominenten Franzosen hin und erwies sich zudem als überaus nervenstark. Sein 3:0-Erfolg (11:8, 14:12, 12:10) war alles andere als unverdient. Und den TTF waren in diesem Moment auch rechnerisch die Play-offs nicht mehr zu nehmen. „Ich freue mich sehr über meinen Sieg gegen einen Spieler dieses Formats“, sagte ein strahlender Kulczycki nach dem Match. „Es ist der bislang größte Sieg meiner Karriere.“


„Besser geht es nicht!“ – Stimmen zum Spiel

„Es ist unfassbar, besser geht es nicht!“, freute sich TTF-Cheftrainer Fu Yong nach der Partie. „Insbesondere Samuel war heute sehr stark. Ich bin absolut zufrieden.“ Fu fügte hinzu: „Dass wir mit Hugo und Simon eine gute Chance haben würden, hatte ich mir schon gedacht, aber dass wir gegen eine so gute Mannschaft so schnell gewinnen würden, das war sensationell. Samuels Leistung war spitze. Ich bin mit allen drei unserer Youngster, also auch mit Kanak Jha und Maciej Kubik, sehr, sehr zufrieden. Sie trainieren alle sehr gut. Wenn sie sich weiter so entwickeln, bringen wir in ein, zwei Jahren den oder die nächsten Spitzenspieler hervor.“
Auch Teammanager Manuel Pfender zeigte sich hoch erfreut: „Alle drei haben bärenstark gespielt, es war ein auch in dieser Höhe absolut verdienter Sieg. Samuels Leistung war natürlich herausragend. Jetzt wollen wir erstmal diesen schönen Derbysieg ein bisschen feiern und ab morgen liegt der Fokus schon wieder auf Fulda. Wir wollen unseren guten Drive auch am Sonntag mitnehmen.“
Dann geht es nämlich bereits weiter mit dem 19. Spieltag, der die TTF nach Osthessen zum Tabellenzehnten TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell führt. Gauzy und Co. können die Reise recht entspannt antreten, wollen aber auch in der „TTBL-Stadt“ – in Fulda hat die TTBL Sport GmbH ihren Sitz – nichts anbrennen lassen. Danach steigen erst einmal internationale Topevents, sodass man sich vier Wochen gedulden muss, bis der letzte Spieltag mit der Partie bei den noch um den letzten Play-off-Platz kämpfenden Bergneustädter Schwalben ansteht (21.03.).


TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Neu-Ulm 3:0


Hugo Calderano – Tiago Apolonia 3:1 (8:11, 11:8, 11:4, 11:6)
Simon Gauzy – Vladimir Sidorenko 3:0 (12:10, 11:5, 11:9)
Samuel Kulczycki – Emmanuel Lebesson 3:0 (11:8, 14:12, 12:10)