TTF verpflichten US-Boy Kanak Jha

Die TTF Liebherr Ochsenhausen freuen sich, die Verpflichtung des jungen Weltklassespielers Kanak Jha aus den Vereinigten Staaten bekanntgeben zu können.

Nach den Abgängen von Jakub Dyjas, Stefan Fegerl und Vladimir Sidorenko war der Verein nicht untätig und hat drei Neuzugänge unter Vertrag genommen. Wir stellen heute mit Kanak Jha den ersten Neuen vor, der – trotz seiner 19 Jahre – bereits über ein beachtliches internationales Renommee verfügt.

Jha hat bereits TTBL-Erfahrung und spielte in der Saison 2019/20 für den TTF-Ligarivalen TTC Zugbrücke Grenzau. Hatte das Toptalent, das bereits im Alter von 14 Jahren erstmals beim World Cup – als jüngster Teilnehmer aller Zeiten – starten konnte, in der Vorrunde noch Akklimatisierungsprobleme in Europas Topliga, war er in der Rückrunde dort richtig angekommen, wovon seine 9:6-Bilanz zeugt. Dabei besiegte er unter anderem namhafte Gegner wie Wang Xi, Tomislav Pucar und Tomas Polansky.

Im September 2019 war Kanak Jha bereits auf Platz 22 der Weltrangliste vorgestoßen, aktuell ist er auf Rang 27 notiert. Er ist also im internationalen Ranking weitaus dichter an den TTF-Topleuten Hugo Calderano (Position 6) und Simon Gauzy (19) dran als jeder der Spieler, die den Verein verlassen werden. Und sein Blick geht weiter nach oben, die TOP 20 sind das nächste Ziel des Rechtshänders mit dem attraktiven Angriffsspiel, der am Tisch sehr emotional agiert und die Zuschauer mitreißen kann.

Im Alter von 14 Jahren konnte Kanak Jha, der vor seiner Grenzauer Zeit zunächst für den TTC Ruhrstadt Herne in der 3. Liga und danach für den FSV Mainz 05 in Liga 2 aufschlug, erstmals den Nordamerika Cup gewinnen. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio startete er kurz nach seinem 16. Geburtstag sowohl im Einzel als auch mit dem US-Team. Bei der WM 2017 in Düsseldorf kam der junge Kalifornier unter die letzten 32 im Herren-Einzel. 2018 nahm er am World Team Cup teil, bei dem er mit der US-Mannschaft das Viertelfinale erreichte.

Der amtierende Deutsche Meister hat künftig also nicht nur den weltbesten Südamerikaner in seinen Reihen, sondern auch den mit Abstand besten Tischtennisspieler Nordamerikas.

Kristijan Pejinovic freut sich über die Verpflichtung: „Ich bin froh und stolz darauf, einen solchen internationalen Hoffnungsträger für die kommende Saison präsentieren zu können. Zudem ist es eine besondere Freude, gerade in diesen schwierigen Zeiten endlich einmal eine schöne Nachricht parat zu haben.” Der TTF-Präsident präzisiert: „Wir haben den Werdegang und die sportliche Entwicklung von Kanak seit sieben Jahren aufmerksam beobachtet, seit 2013 ist er bereits in unserem Fokus. Wir hatten schon früh Kontakt zu seinen Eltern und er hat auch über all die Jahre immer wieder an unseren Trainingscamps teilgenommen. Es hat sich aber zunächst nicht realisieren lassen, zumal er vom Weltverband ITTF stark gefördert wurde und wir erst einmal nicht an ihn herankamen. Als er dann in die Bundesliga nach Grenzau wechselte, haben sich die Kontakte, die nie abgerissen waren, wieder intensiviert. Wir freuen uns sehr, dass er nun final zu uns stößt.”

 

„Ich habe noch nie mit so starken Spielern in einem Team gespielt” – Interview mit Kanak Jha

Wir haben ein Interview mit TTF-Neuzugang Kanak Jha geführt, das wir Ihnen nicht vorenthalten wollen:

Ist es etwas besonderes für Sie, kommende Saison für die TTF Liebherr Ochsenhausen, gemeinsam in einem Team mit Hugo Calderano und Simon Gauzy, aufschlagen zu können?

„Ja, unbedingt! Ich habe noch nie zuvor in einer Mannschaft mit so starken Spielern zusammen gespielt. Hugo und Simon sind Spieler, zu denen ich während meiner bisherigen Karriere immer aufgeblickt habe und ich bin begeistert, nun mit ihnen gemeinsam für einen so ambitionierten Verein wie die TTF Liebherr Ochsenhausen spielen zu können. Beide spielen auf einem sehr hohen Level und ich hoffe, etwas von ihrem Spielverständnis lernen und mir zu Eigen machen zu können.”

Wie waren Ihre Eindrücke aus ihrer ersten TTBL-Saison in Grenzau? Wie stark schätzen Sie die Liga ein? Weshalb lief es in der Vorrunde noch nicht so gut bei Ihnen, in der Rückrunde dann aber viel besser?

„Es war für mich komplettes Neuland, in der TTBL zu spielen. Die Liga ist etwas anderes als das, was ich bis dahin aus internationalen Wettkämpfen gewöhnt war, das Niveau ist extrem hoch. Es war für mich anfangs ein harter Lernprozess, zumal ich einen ziemlichen Druck verspürte, mich gut zu präsentieren, gerade auch, weil es die Mannschaft nicht leicht hatte. Ich freue mich jedenfalls, dass ich es hinbekommen habe, mich auf das hohe Level einzustellen und in der Rückrunde recht gut zu spielen.”

Glauben Sie, dass Sie das intensive Training in Ochsenhausen rasch weiter voran bringen wird?

„Davon bin ich überzeugt. Ich hatte mich schon in Grenzau, wo ich die letzten drei Jahre überwiegend trainiert habe, regelmäßig verbessert und sehe nun eine besonders gute Chance, mich in einem neuen Klub mit neuem Umfeld, einer sehr starken Trainingsgruppe und sehr gutem, international anerkanntem Trainerteam weiter zu steigern, wie es so viele Spieler schon vor mir in Ochsenhausen geschafft haben. Das ist eine tolle Gelegenheit für mich, mich weiter zu entwickeln und mein Potenzial voll auszureizen. Aber ich werde hart dafür arbeiten müssen, es liegt letztlich in meiner Hand, was ich aus den guten Bedingungen mache.“

Wo liegen derzeit Ihre Stärken, wo Ihre Schwächen?

„Mein Kampfgeist, Siegeswille und meine gute Psyche schätze ich als Stärken ein, zudem bin ich technisch schon recht weit und kann das Spiel der meisten Gegner ziemlich gut lesen. Eine Schwäche sehe ich daran, dass meine Physis noch nicht so gut ist wie die mancher Topspieler. An meiner Power muss ich noch intensiv arbeiten.“

Wie gehen Sie in wichtige Wettkämpfe? Entspannt oder eher nervös?

„Abseits des Tischs bin ich ein lockerer, entspannter Typ, auch während der Turniere. Wie ich dann am Tisch stehe, hängt schon sehr stark davon ab, wie ich mich unmittelbar vorher fühle und wie sich das Spiel entwickelt. Ich versuche immer, so fokussiert und konzentriert wie möglich zu bleiben und mich nicht nervös zu machen. Aber ein kleines bisschen Nervosität bei wichtigen Wettkämpfen ist schon okay, das kann mir auch helfen, gut ins Spiel zu finden, sofern ich es im Griff habe und kontrollieren kann.“

Welche Ziele wollen Sie in der kommenden Saison mit den TTF Liebherr Ochsenhausen erreichen?

„Ich will versuchen, in jedem Match für die TTF mein bestes Tischtennis zu zeigen und auch kämpferisch alles zu geben. Und ich will meinem neuen Verein natürlich helfen, so weit wie möglich in Meisterschaft und Pokal zu kommen.“

Wie sind Ihre generellen Ziele im Tischtennissport, was möchten Sie erreichen?

„Natürlich möchte ich auch in der Weltrangliste so weit wie möglich nach oben kommen, mache dies aber nicht an einer bestimmten Position fest. Wichtig ist, dass ich mein Spiel weiterentwickeln und mich kontinuierlich verbessern kann, damit ich auch tatsächlich ein Weltklassespieler werde. Die Weltranglistenposition wird dann mein Leistungsniveau entsprechen widerspiegeln.“