Vladimir Sidorenko: Ein Toptalent schlägt einen anderen Weg ein

Last but not least wollen wir heute Vladimir Sidorenko würdigen, dessen Weggang wir Ende März offiziell vermeldet hatten. „Vova“ verlässt den Verein zusammen mit Trainer Dmitrij Mazunov in Richtung Neu-Ulm, bleibt also fast in der Region. Besonders Sidorenkos Eltern legen Wert darauf, dass ihr Sohn in der Fremde weiterhin von seinem Landsmann, Förderer und Mentor Mazunov betreut wird.

Auch hier gilt wieder, dass die TTF Liebherr Ochsenhausen dem talentierten 18-jährigen Linkshänder alles Gute und viel Erfolg in seiner weiteren Karriere wünschen – natürlich dann nicht, wenn beide Teams im Derby aufeinander treffen. Dann muss die Freundschaft für einige Stunden ruhen, denn dann geht es um die Punkte – und die sollen beim viermaligen Deutschen Meister bleiben.

Sidorenko, der auch als Typ in Ochsenhausen gut ankam und sympathisch herüberkam, machte dank der intensiven Trainingsarbeit im Liebherr Masters College in relativ kurzer Zeit große Fortschritte. In seiner ersten Profisaison im TTF-Dress – zuvor stand er eine Spielzeit beim TTC Schwalbe Bergneustadt unter Vertrag, wo er nur sehr wenige Einsätze erhielt – wusste der junge Russe zu gefallen. Im Einzel erspielte er eine 4:3-Bilanz, zudem erwies sich der Weltranglisten-186. als guter Doppel-Spieler und verließ bei seinen beiden Auftritten an der Seite von Stefan Fegerl die Box als Sieger.

Der amtierende U21-Europameister, der in Neu-Ulm vermutlich mehr Einsätze bekommen wird als in Ochsenhausen, hat fraglos großes Potenzial und die TTF verlieren ihn als Spieler nur ungern. Doch die Argumente der Familie wurden natürlich ohne Wenn und Aber respektiert.

„Wir hatten mehrere Gespräche mit Dmitrij Mazunov, der als sein Mentor und direkter Betreuer den Draht zu seinen Eltern hat“, erklärt TTF-Präsident Kristijan Pejinovic. „Dabei stellte sich heraus, dass die Bindung zum Trainer sehr groß ist, sodass „Vova“ und seine Eltern letztlich entschieden haben, dass es für ihn am sinnvollsten sei, die Arbeit mit „Dima“ fortsetzen zu können. Wir trennen uns schweren Herzens von Vladimir, können die Entscheidung jedoch absolut nachvollziehen und wünschen ihm viel Erfolg für den nächsten Schritt in seiner Karriere.“ 

Da man nun mit den beiden Polen Maciej Kubik und Samuel Kulczycki zwei noch jüngere Spieler aus dem College ins Team einbaut, die auch schon auf einem recht hohen Niveau spielen, ist die Hoffnung groß, dass sie Sidorenkos gegenwärtiges Level in ein, zwei Jahren erreichen können.